Wochenmarkt Apolda

Große Vielfalt, regionale Delikatessen und herzliche Händler

Nordöstlich von Weimar und nordwestlich von Jena liegt die Stadt Apolda. Im Herzen des Städtchens, in dem rund 22.000 Thüringerinnen und Thüringer wohnen, liegt der Marktplatz mit seinen rund 20 Marktständen. Hier gibt es alles, was man braucht: vom Fleisch über Kleidung bis zu frischem Obst und Gemüse. Eine Spezialität ist der Honig, den Imker Achim Krause jede Woche auf dem Markt im Weimarer Land anbietet und der stets gefragt ist. Viele der Wochenmarktbesucher sind Stammkunden.

Es ist ein Freitagmorgen im Oktober. Die Uhr am Rathausturm zeigt neun Uhr an. Vor dem gelben Türmchen, an dem die Uhr hängt, pulsiert das Kleinstadtleben. Erst seit einigen Minuten ist der Apoldaer Wochenmarkt offiziell geöffnet, doch schon jetzt bestimmt Geschäftigkeit das Treiben auf dem Pflaster. Rund 20 Stände gibt es auf dem Markt der Mittelthüringer Kleinstadt. Die Kundinnen und Kunden bekommen hier alles, was sie an Lebensmitteln und Waren benötigen: Obst, Gemüse, Würste und Pflanzen, aber auch Delikatessen wie Honig oder eingelegtes Kraut.

Am nördlichen Rand der Verkaufsfläche, dort wo der Markt in das Kopfsteinpflaster der Straße des Friedens übergeht, hat ein rollender Hähnchengrill seinen Kastenwagen vor einem Baum aufgestellt. Schon um diese Zeit duftet es nach knusprigem, gut gewürztem Fleisch. Vor dem Auto hat sich bereits eine kleine Schlange gebildet.

Aus dem heimischen Garten auf den Markt

Einige Meter weiter steht ein älterer Herr mit Hut und Brille. Er grüßt freundlich, wenn jemand sich für seine Waren interessiert. Aus einem großen, gut 20 Liter fassenden blauen Plastikeimer bietet er bereitwillig Kostproben an. „Versuch doch mal, einfach auf die hohle Hand“, sagt er, langt mit einem langen Löffel in einen Eimer und fördert daraus ein wenig Sauerkraut. Es ist bissfest; schmeckt frisch, ein wenig nach Kümmel und Piment. Für 40 Cent verkauft Manfred Siefert, so heißt der Mann, 100 Gramm von seinem Kraut. Jeden Markttag macht er es frisch. Ein gutes Angebot, was viele der Marktbesucher zu wissen scheinen, denn kurz nach zehn Uhr ist sein großer Eimer zur Hälfte geleert. Alles, was er an seinem improvisiert wirkenden Stand diesen Herbsttag anbietet, stammt aus seinem eigenen Garten: von den Kartoffeln und der Petersilie bis hin zu den Schnittblumen. Mit seinen 82 Jahren gehört er dabei zu den ältesten Händlern des Marktes.

„Wir haben hier eine gewisse Kontinuität, viele der Händler kommen schon seit Jahren oder Jahrzehnten.“

Sven Kunert, Marktmeister in Apolda

Das Fuschenkraut: eine echte Apoldaer Delikatesse

„Und vergessen Sie nicht das Fuschenkraut! Das ist eine echte Apoldaer Delikatesse, die nur noch wenige machen können“, sagt Sven Kunert, als er zum Gespräch am Händlerstand lädt. Sven Kunert ist hier Marktmeister und wacht über den Handel. Er kennt jeden Händler beim Vornamen. Besagtes Fuschenkraut sei, so erklärt Manfred Siefert, in Kräuter- und Salzlake eingelegtes Rotkraut, das ähnlich wie Gewürzgurken behandelt wird. Auch der Marktmeister Sven Kunert schätzt dieses Angebot. „Alles, was er hier verkauft, stammt aus seinem eigenen Garten. Der ist so groß wie unser Markt und darauf ist er zu Recht stolz“, weiß Sven Kuhnert zu berichten. Stolz ist Marktmeister Sven Kunert in jedem Fall auf „seinen“ Markt. Seit einigen Jahren macht er den Job und genießt ihn sichtlich. „Wir haben hier eine gewisse Kontinuität, viele der Händler kommen schon seit Jahren oder Jahrzehnten“, erzählt er. Auch, weil die Kundschaft sich darauf verlässt: „Hier gibt es Fleischer. Und wenn die sich an einem Tag für neun Uhr angekündigt haben, dann stehen die Leute seit kurz nach acht in einer Schlange und warten, dass sie endlich ihre Wurst und ihr Gehacktes bekommen.“

Vielfalt und regionale Spitzenprodukte

Eine Frau mit polierten roten Lackschuhen, grauem Wollmantel und weißer Ledertasche flaniert sie über den Markt. Hie und da bleibt sie stehen, schaut sich das Angebot an. Vor dem Rathaus verweilt sie etwas länger. Ein Bratwurststand hat gegenüber der Verwaltung seinen Platz bezogen, es duftet nach frischem Brät.  Die Frau mit den roten Lackschuhen setzt ihren Weg über den Markt fort. Jeden Freitag sei sie hier, erzählt die Rentnerin, sie schätze das vielfältige regionale Angebot. Sie kommt an Ständen mit Obst und Gemüse vorbei, passiert einen Gärtnerstand, an dem es bereits Adventskränze und Friedhofsgestecke zu kaufen gibt und hält am Wagen der Gönnataler Putenspezialitäten, deren Putenlachsbrustschinken, Putenlachsfiletschinken, Putenrostbratwurst und die frischen Gänse ausgezeichnet sind mit Thüringer Qualitätszeichen „Geprüfte Qualität aus Thüringen“. Die ältere Dame mit den roten Lackschuhen ist hier, um sich 200 Gramm Hähnchenbrustinnenfilet zu kaufen.

Ausgezeichnete Qualität aus Thüringen: der Stand von Imker Achim Krause

Auf der anderen Seite des Geflügelwagens steht ein grüner Pavillon, an dessen hinterem Ende eine leuchtend gelbe Stofffahne hängt. „Natürlich Thüringen“ steht in geschwungenen Lettern darauf, darüber das grüne Qualitätszeichen, das für „Geprüfte Qualität aus Thüringen“ wirbt. Es ist der Stand des Imkers Achim Krause. Seit gut 20 Jahren kommt er schon auf den Apoldaer Wochenmarkt, jeden Freitag ist er da und bietet „die Produkte seiner fleißigen Bienen“ an. Wachskerzen, Bienenwachsplatten und selbstverständlich auch Honig stehen auf Krauses Verkaufstisch. Letzterer unterteilt sich ein gut ein halbes Dutzend Sorten – von der Frühlingsblüte bis zum Lindenhonig, Achim Krauses 60 Bienenvölker sind in der Tat ziemlich fleißig. Ihre Heimatstöcke haben die Bienen rund um die nahegelegene Kurstadt Bad Sulza. Von dort aus fliegen sie und bringen Achim Krause jene Süßigkeit, die er dann an seine Kundschaft verkauft. Vier verschiedene Glasgrößen bietet er an: 30, 60, 250 und 500 Gramm können sie beinhalten und sind so für jeden Gaumen und Bedarf geeignet. Zusammen mit einem eigenen Pfandsystem – Krause bietet seinen Kunden 25 Cent für jedes zurückgebrachte Glas – schafft der Direktvermarkter so ein nachhaltiges, kundenorientiertes und regionales Angebot. Eines, das vor allem an diesem Freitag gefragt ist, denn kaum ist ein Kunde weg, steht schon der nächste am Stand und wünscht Rapshonig, eine Wachskerze oder ein kleines Glas von der Frühlingsblüte.

Wochenmarkt Apolda

Adresse

Markt
99510 Apolda

Öffnungszeiten

Mittwochs und freitags von 9 Uhr bis 14 Uhr
Hinweis: Fällt der Wochenmarkt auf einen Feiertag, so fällt dieser aus.

Marktstände und Angebot

20 Stände, die folgende Bereiche anbieten:

  • Fleischer
  • Imker
  • Textilien
  • Rostbratwurst
  • Geflügel
  • Obst und Gemüse
  • Schnittblumen und Gestecke

Direktvermarkter von lizenzierten Produkten

Achim Krause

  • Honig

Gönnataler Putenspezialitäten

  • Putenrostbratwust
  • Frische Gänse

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