Kräuter- und Früchtetees

Tee gehört zu den beliebtesten Getränken weltweit. In Deutschland werden vor allem Kräuter- und Früchtetees verstärkt nachgefragt. Was die Deutschen am liebsten trinken und warum die Kräutertees mit Rohstoffen aus Thüringen ein absoluter Hochgenuss sind, zeigen wir Ihnen hier.

Von Camelia sinensis bis zu Kräuter- und Früchtetee

Was Tee ist und was nicht, ist in Deutschland klar definiert. Denn als Tee im eigentlichen Sinne dürfen nur die Blätter und Blattknospen der Pflanze Camelia sinensis bezeichnet werden, also das, was wir landläufig als Grün- und Schwarztee kennen und konsumieren. Tee (Camelia sinensis) sowie Kräuter- und Früchtetees erfreuen sich in Deutschland großer Beliebtheit. Im Jahr 2019 lag der Pro-Kopf-Konsum dieser Heißgetränke bei 68 Litern (47 Milliarden Tassen Tee pro Jahr insgesamt), wobei der Absatz in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist.1 In der Gunst der Verbraucher:innen liegen die Kräuter- und Früchtetees deutlich vor den Grün- und Schwarztees. Allein 2019 wurden 40.000 Tonnen (67 %) Kräuter- und Früchtetee verkauft.1 Bei Schwarz- und Grüntee lag der Absatz bei rund 19.200 Tonnen (33 %).1 Die Branche verzeichnet dabei einen starken Zuwachs bei den Bio-Tees. Hier liegt der Anteil sortenübergreifend bei 11 bis 12 Prozent.1

Kräuter- und Früchtetees: geschmackliche Vielfalt

In Deutschland sorgen über 400 verschiedene Pflanzenteile von rund 300 verschiedenen Pflanzen für die Vielfalt der Kräuter- und Früchtetees.2 Samen, Wurzeln, Blüten, Früchte und Blätter sind die Basis für die vielen Teekompositionen, die es in Deutschland gibt. Über die Hälfte der verkauften Kräuter- und Früchtetees sind Mischungen, davon 34 Prozent aromatisierte und 20 Prozent nicht-aromatisierte Mischungen.2 Unter den so genannten Monosorten, also den Tees aus einer Pflanzengattung, gehören Pfefferminz- (14 %), Fenchel- (11 %) und Kamillentee (10 %) zu den beliebtesten Sorten.2

Der Anbau von Kräuter- und Früchtetees in Deutschland und Europa

Sowohl bei den Grün- und Schwarztees als auch bei den Kräuter- und Früchtetees stammt die Rohware hauptsächlich aus der ganzen Welt. Bei den Kräuter- und Früchtetees kommen die Pflanzen zu knapp 20 Prozent aus der Europäischen Union, also auch aus Deutschland.2  Thüringen hat neben Bayern die größten Kräuteranbaugebiete in Deutschland.3 Auf rund 1.500 ha werden bis zu 30 Kulturarten nachfrageorientiert in landwirtschaftlichen Betrieben angebaut.4 Klarer Spitzenreiter unter den Kräutern ist die Kamille, die auf rund 1.000 ha kultiviert wird.4 Der Anbau der Pfefferminze erstreckt sich schätzungsweise auf 180 bis 250 ha.4

Kräutertees: Spitzenqualität aus Thüringen

In Thüringen blickt man auf eine lange Tradition bei Züchtung, Auslese und Verarbeitung wirkstoffreicher und aromatischer Pflanzen zurück. Viele der heute angebauten Pflanzen sind in Thüringen entstanden4. Regelmäßige Kontrollen gewährleisten die hohen Qualitätsstandards der Pflanzen und Produkte. Im Segment der Kräutertees hat beispielsweise die Marke Goldmännchen-TEE der H&S Tee GmbH & Co. KG gleich mehrere Produkte im Sortiment, deren Rohstoffe hohe Qualitätsstandards erfüllen und gleichzeitig zu mindestens 50 Prozent aus Thüringen stammen. Dazu gehören zum Beispiel Kräutertees wie Minze-Zitrone, die mit dem Thüringer Qualitätszeichen „Geprüfte Qualität – Hergestellt in Thüringen“ lizenziert sind. Ein Thüringer-Kräutertee hat sogar das Siegel „Geprüfte Qualität aus Thüringen“ erhalten, was bedeutet, dass die qualitativ hochwertigen Rohstoffe zu mindesten 90 Prozent aus Thüringen stammen. Das Traditionsunternehmen, dessen Werk in St. Gangloff steht und dessen Marke Marktführer in den neuen Bundesländern ist, setzt auf hohe Qualitätsstandards, die über die gesetzlichen Vorschriften für Lebensmittel hinausgehen.

Wissenswertes

Kräuter werden inzwischen sehr häufig dafür genutzt, um mit heißem Wasser wohlschmeckende Tees zu kreieren. Der Anbau von Kräutern in Thüringen geht aber vor allem darauf zurück, dass man aus den Pflanzen Heilmittel oder wunderbar duftende Öle hergestellt hat. Weil diese Tradition in Thüringen stark ausgeprägt ist, spricht man auch vom Thüringer Olitätenland.3 Der Begriff „Olität“ bezeichnet Öldestillate, die meist aus Pflanzen gewonnen werden und durch ihren wohlriechenden Duft als Öl, Essenz oder Salbe vertrieben werden.3

Eine besondere Bedeutung bei den Olitäten hat eine Region im Thüringer Schiefergebirge, auf der auf 240 km2 Kräuter kultiviert werden.3 Diese Lage gilt aufgrund ihrer Geschichte als „Heimat“ der Thüringer Kräuter bzw. als der „Kräutergarten“ Thüringens.3 Durch seine besondere Lage gedeihen hier eine Vielzahl von Kräutern.3 Kräutergärten, Lehrpfade, Museen und ein Olitätenrundwanderweg geben vor Ort einen Einblick in die einzigartige Vielfalt der Kräuterkultivierung in Thüringen.

Daten & Fakten zu Kräuter- und Früchtetees in Deutschland und Thüringen

2019 wurden 40.000 Tonnen
(67 %) Kräuter- und Früchtetee in Deutschland verkauft. Bei Schwarz- und Grüntee lag der Absatz bei rund 19.200
Tonnen (33 %).

Über 400 verschiedene Pflanzenteile von rund 300 verschiedenen Pflanzen sorgen für die Vielfalt der Kräuter- und Früchtetees.

Thüringen hat neben Bayern mit 1.500 ha Fläche das größte Kräuteranbaugebiet Deutschlands.

Auf rund 1.000 ha wird in Thüringen Kamille kultiviert, auf 180 bis 250 ha Pfefferminze.

Lizenzierte Produkte und Produzenten

Goldmännchen-TEE

  • Kräutertee Minze-Zitrone
  • Thüringer-Kräutertees

 

Eine Übersicht der Thüringer Unternehmen und Produkte aus der Branche „Tee“ finden Sie auf der Webseite des Agrarmarketings Thüringen.

Quellennachweise

1Tee Report 2020 (Pressemitteilung), Deutscher Tee & Kräuterverband

2 Tee Report 2020, Deutscher Tee & Kräuterverband

3Thüringer Tischkultur, Thüringer Tourismusverband Jena-Saale-Holzland e.V

4Arznei- und Gewürzpflanzen aus Thüringen, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft