„Man schmeckt schon deutlich den Unterschied zwischen etwas Selbstangebautem und dem, was in einem Treibhaus hochgezüchtet wurde.“

Im Interview erzählt Genussbotschafterin Kati Wilhelm, was für sie den Reiz des Gärtnerns ausmacht, welche Pflanzen ihr die Liebsten sind und wo in Thüringen besonders gute Pflänzlinge zu bekommen sind.

"Ich kaufe sehr viel auf den Thüringer Wochenmärkten ein, vor allem auf denen in Schmalkalden und Suhl."

Liebe Kati, du bist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Wie darf man sich den Garten einer ehemaligen Biathlon-Weltmeisterin vorstellen? 

In unserem Garten stehen viele Bäume, vor allem alte Obstbäume. Wir haben einen Kirschbaum, einen Zwetschgenbaum und alte Apfelbäume. Dann noch zwei Beetflächen und eine Blumenwiese für die Bienen. Ich schätze, dass unser Grundstück insgesamt fast eintausend Quadratmeter umfasst. Das ist wirklich ein Luxus, den ich sehr zu schätzen weiß. 

Und was wächst auf euren Beetflächen?

Auf einem Beet bauen wir nur Kartoffeln an. Davor befindet sich auch die Blumenwiese. Auf der anderen Fläche bauen wir unterschiedliche Gemüsesorten an: Erbsen, Gurken, Mangold, Grünkohl, Knoblauch und auch Salat, Kohlrabi, Rote Beete und Radieschen. Was wir anbauen, variiert aber zwischen den Jahren. Wir probieren gern aus. Dass bei uns in Steinbach-Hallenberg sogar eine Melone wachsen konnte, die auch essbar war, hat mich gefreut. Die war zwar sehr klein, aber ziemlich lecker (lacht).

Was motiviert dich zur Gartenarbeit?

Es ist einfach schön, etwas zum Naschen zu haben. Dieses Gefühl: Ich mache mir jetzt einen Kohlrabi raus und kann ihn direkt essen. Es macht Spaß, für den Eigenbedarf selbst etwas anzubauen. Und mir ist es wichtig, meinen Kindern zu zeigen, wie das Gemüse wächst, das sie mittags oder abends essen. Für meine Kinder sind das auch einzigartige Erfahrungen, wenn sie dann die Kartoffeln ausbuddeln. Mich freut es ja genauso, zu sehen, wie aus einem Samen ein kleines Pflänzchen heranwächst. Außerdem finde ich Gartenarbeit auch einfach sehr entspannend. 

Hat das Gärtnern deine Einstellung zu Gemüse und zum Essen allgemein verändert?

Was den Geschmack angeht auf jeden Fall, ja. Gerade bei Salat: Man schmeckt schon deutlich den Unterschied zwischen etwas Selbstangebautem und dem, was in einem Treibhaus hochgezüchtet wurde. 

Holst du dir Unterstützung beim Gärtnern?

Das meiste mache ich schon selbst. Aber aus meiner Sicht ist das auch gar nicht so viel Arbeit: Pflanzen einsetzen und dann ab und zu gießen – fertig (lacht). Mein Mann mäht lieber den Rasen. 

Hast du eine Lieblingspflanze oder einen Lieblingsbaum?

Ich mag Beerensträucher total gern. Die wachsen aber vor allem im Garten meiner Eltern: Johannesbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren. Man kommt in den Garten und kann sie direkt vom Strauch pflücken und essen – großartig. Ich mag aber generell auch alle Blumen. An denen kann ich mich sehr erfreuen. Wenn die Insekten um sie herumschwirren, sieht das einfach toll aus. 

Was sind aus deiner Sicht die Besonderheiten des Thüringer Bodens? Was gedeiht hier gut und was nicht so gut?

Das ist natürlich regional sehr unterschiedlich. Meine Tante wohnt etwas südlich von hier, in Richtung Franken. Dort haben sie sehr lehmige Böden. Da zieht sie natürlich auch ganz beeindruckende Möhren aus der Erde. Das klappt bei uns nicht so leicht. Aber auch wir bekommen ohne Chemie alles zum Blühen und Wachsen und haben hohe Erträge. Insofern sind es doch gute Böden. 

Woher nimmst du die Pflänzlinge und die Saat für deinen Garten?

Ich kaufe sehr viel auf den Thüringer Wochenmärkten ein, vor allem auf denen in Schmalkalden und Suhl. Der Markt in Suhl ist relativ groß, dort findet man Obst-, Gemüse- und Gärtnerstände, außerdem auch mehrere Fleischer, Metzger und Käsestände. In Schmalkalden gibt es drei verschiedene Gemüsestände, zudem bekommt man hier auch sehr gute Eier und es gibt einen guten Metzger. Der Markt lohnt sich aber auch einfach wegen dem schönen Ambiente der Stadt, mit ihren vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern. 

Wie viel kannst du mit deiner Ernte abdecken?

Wir sind weit davon entfernt, uns komplett selbst versorgen zu können. Es ist eher ein Hobby, etwas, das ich für mich mache. Auf den Wochenmärkten und in den Supermärkten finde ich ja zudem auch viele erstklassige Produkte aus Thüringen. Das ergänzt sich hervorragend.

Welche Gartenprojekte hast du dir noch für die Zukunft aufgehoben?

Die Ausbeute erhöhen (lacht). Da ist noch ein bisschen Luft nach oben. Allgemein möchte ich in Sachen Aussaat, Ernte und Verwertung noch etwas besser werden. Und weil das mit der Wassermelone gut geklappt hat, will ich die auch im kommenden Jahr anbauen. 

Kati, wir danken Dir für das Gespräch!