Interview mit Genussbotschafterin Kati Wilhelm über die Kunst, mit regionalen Zutaten zu kochen

Kati Wilhelm gehörte zu den Spitzensportlerinnen des Landes: In ihrer aktiven Karriere holte die gebürtige Thüringerin im Biathlon dreimal Gold bei den Olympischen Spielen und fünf Weltmeistertitel. 2010 beendete sie ihre Karriere und lebt seitdem mit ihrem Mann und zwei Kindern glücklich in Steinbach-Hallenberg. Im Interview erzählt uns die Genussbotschafterin für das Thüringer Qualitätszeichen „Geprüfte Qualität aus Thüringen“, warum sie darauf achtet, mit regionalen Zutaten für sich und ihre Familie zu kochen.

Kati, 2010 hast du deine Karriere beendet. Seit 2014 betreibst du ein Restaurant in Steinbach-Hallenberg, bist gefragte Expertin im Fernsehen, schreibst Kochbücher und hältst Vorträge. Schaffst du es da noch, selbst zu Hause zu kochen?

Man mag es kaum glauben, aber tatsächlich koche ich selbst (lacht). Und ich mache das auch wirklich gerne. Ich koche meistens abends, weil meine Kinder ja in der Schule bereits ihr Mittagessen bekommen. Da gibt es viel Fleisch. Das wollen wir zu Hause etwas reduzieren. Darum lege ich beim Kochen Wert darauf, dass wir viel Gemüse essen. Und wir versuchen, immer frisch zu kochen. Bei uns kommt nichts aus der Dose.

Du hast zwei Kinder: Lotta (9) und Jakob (6). Was wünschen die sich, wenn Mama kocht?

Ginge es nach meinen Kindern, würde es sehr oft Schnitzel mit Mischgemüse und Kartoffeln geben (lacht). Sie sind eben Kinder und mögen eher einfache Gerichte: Pasta in allen Variationen, Spinat mit Eiern und Kartoffeln. Ich versuche, da etwas Abwechslung hineinzubringen. Wir haben aber keinen festen Speiseplan. Ich koche das, was die Zeit hergibt. Und ich lasse mich da gerne inspirieren, wenn ich durch den Supermarkt gehe.

Gibt es beim Kochen manchmal Reibungspunkte in der Familie?

Das hält sich in Grenzen. Meine Kinder sind gute Obst- und Gemüseesser, das ist schon ein großer Vorteil. Natürlich gibt es bei meinen Kindern auch Unterschiede: Der eine mag Kürbis, die andere nicht. Und wenn ich mal etwas Ausgefallenes probiere, dann gucken sie manchmal komisch, so nach dem Motto: Mama, was machst du denn da? Aber wir finden da meistens einen Kompromiss. Ich sehe das so: Meine Kinder müssen nicht alles essen, sie sollen es aber zumindest probieren und auch Neuem gegenüber aufgeschlossen sein. 

Du bist in Thüringen geboren und wohnst heute in Steinbach-Hallenberg. Wie wichtig ist dir da Regionalität bei den Mahlzeiten?

Mir ist es generell sehr wichtig, beim Kochen regionale Produkte zu verwenden. Auch meine Kinder sensibilisiere ich für das Thema. Wenn wir einkaufen gehen, dann gucke ich schon, wo etwas herkommt. Auch wenn dann meine Kinder sagen, dass der andere Apfel so schön rot ist – wir kaufen den Thüringer Apfel. Dabei achte ich auch auf Saisonalität. Im Winter gibt es dann eben keine Erdbeeren oder Kirschen oder andere Sachen, die keine Saison haben. Ich finde das schon wichtig. Wir müssen Verantwortung für das Klima übernehmen und die heimische Wirtschaft stärken.

Wo gehst du einkaufen?

Das ist unterschiedlich. Unseren Haupteinkauf erledigen wir meist im Supermarkt, aber wir kaufen unsere Lebensmittel auch auf Wochenmärkten. Und dann ist da noch ein Hofladen, der uns direkt mit frischen Lebensmitteln beliefert. So bekommen wir alles, was wir brauchen: frische, regionale und qualitativ hochwertige Produkte.

„Wir haben erstklassige Produkte aus Thüringen: Darauf können wir stolz sein“

Fragst du auch nach, was aus der Region kommt?

Das tue ich in der Tat. In manchen Fällen steht es auch auf den Schildern drauf, wenn der Spargel zum Beispiel aus Thüringen kommt. Bei Himbeeren oder Erdbeeren im Frühsommer ist das nicht immer ganz klar, woher die kommen. Dann frage ich nach.

Was ist dein Eindruck: Wie wird das Thema Regionalität und Qualität wahrgenommen?

Das Thema Regionalität gerät immer mehr in den Vordergrund und das Angebot an regionalen Produkten wird deutlich größer. Ich sehe hier einen sehr positiven Trend, über den ich mich auch freue. Ist es gekennzeichnet, dass ein Produkt aus Thüringen kommt, sind die Kundinnen und Kunden auch bereit, einen höheren Preis zu bezahlen. Die Leute wissen einfach, dass die Produkte aus der Heimat eine erstklassige Qualität haben. Darum können die Hersteller und Direktvermarkter auch ruhig selbstbewusst damit werben.

Wie bist du mit dem Thüringer Qualitätszeichen „Geprüfte Qualität aus Thüringen“ das erste Mal in Kontakt gekommen?

Das erste Mal habe ich das Siegel bemerkt, als ich in meinem Restaurant, dem Heimatlon, eine Packung Saft eines Thüringer Produzenten in der Hand hatte. Ich achte ja darauf, dass wir möglichst nur regionale Produkte haben, und da habe ich natürlich auch deren Saft im Angebot. Da hatte ich das erste Mal das Siegel bemerkt. Und immer öfter habe ich es dann auch im Supermarkt entdeckt.

Wie sehr achtest du auf das Qualitätszeichen beim Einkaufen?

Als Genussbotschafterin achte ich natürlich sehr darauf. Wenn es in den Speiseplan passt, kaufe ich selbstverständlich die Produkte, die auch das Thüringer Qualitätszeichen haben. Was ich mir wünschen würde, wäre, dass die Hersteller das Qualitätszeichen optisch noch besser auf den Verpackungen hervorheben. Wir haben erstklassige Produkte aus Thüringen: Darauf können wir stolz sein und den Herkunftsnachweis stärker hervorheben!

Kati, wir danken dir für das Gespräch!